Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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erkenne es an, daß der Hof des hochſeligen Königs ein wenig zu dürftig eingerichtet war und daß Ew. Ma⸗ jeſtät hier Aenderungen für nothwendig erachten mögen, wenn aber dazu ſolche zu andern Zwecken beſtimmte Fonds verwandt werden ſollen, ſo werden Ew. Majeſtät entweder Ihre Unterthanen mit neuen Steuern belaſten, oder die Armee vermindern müſſen.

Meine Armee vermindern! rief der König lebhaft. Nimmermehr wird das geſchehen.

So geruhen Ew. Majeſtät, wenn durchaus der Bau eines Schloſſes nothwendig iſt, die Summen dazu aus der Königlichen Schatzkammer zu entnehmen. Sie enthält, wie Ew. Majeſtät wiſſen, ſieben Millionen preußiſche Thaler, und da kein Krieg in Ausſicht ſteht, ſo dürfen Ew. Majeſtät es wohl wagen vier Mil⸗ lionen von dieſen ſieben zu einem Schloßbau zu ver⸗ wenden. 3 Nein, das geht nicht an, mein Herr. Dieſe Mil⸗ lionen ſind ſchon zu anderen Zwecken beſtimmt. Sie ſollen aus den von mir bezeichneten Kaſſen entnommen werden.

Ich hatte ſchon die Ehre Ew. Majeſtät die Folgen eines ſolchen Verfahrens zu bezeichnen. Da Ew. Ma⸗ jeſtät aber erklären, die Armee nicht verringern zu wollen, ſo bliebe denn nur noch übrig, dem Volke neue Steuern aufzuerlegen.

Nun, thun wir das, ſagte der König nachläſſig. Sie geben mir das Geld aus den bezeichneten Kaſſen, dann ſchreiben wir eine neue Steuer aus, und dieſe möglichſt einträglich zu erſinnen, das iſt Ihre

Sache!

Der Miniſter ſah den König mit einem ſchmerz⸗ lichen Erſtaunen an und ein tiefer Kummer malte ſich in ſeinen Zügen. 3