Aber Friedrichs Antlitz war ruhig, faſt heiter, und ein wunderbarer, milder Glanz leuchtete aus ſeinen Augen.
Nun, ſagte er ſanft, wenn Sie meinen Vater ſo ſehr loben, weil er es auch verſtand Millionen aus⸗ zugeben, ſo werden Sie auch mit mir zufrieden ſein. Denn ich werde ihm darin nacheifern. Ich werde damit anfangen, meinen Hofſtaat auf einen wahrhaft Königlichen Fuß zu ſetzen und ſo zu leben, wie es eines Königs von Preußen würdig iſt. Schon ſind die nöthigen Vorkehrungen dazu getroffen und auch
ein detaillirter Plan iſt ſchon dazu bereit. Dort auf
dem Tiſche liegt er und ich werde ihn noch heute un⸗ terzeichnen.
Darf ich ihn leſen, Majeſtät? fragte Boden, zu dem Schreibtiſch tretend.
Der König nickte. Boden nahm das Papier und überflog es mit haſtigen Blicken, während der König, die Hände auf dem Rücken gefaltet, mit haſtigen Schrit⸗ ten auf⸗ und abging.
Ich finde, daß der König merkwürdig langmüthig und geduldig iſt, murmelte Fredersdorf. Es iſt ſonſt mit dem er zerſchmettern will.*.—* er.
Und mit welchem unverſchämten Lächeln dieſer Menſch da meinen Plan lieſt, ſagte Pöllnitz zähneknirſchend. Wahrhaftig, man ſollte glauben, daß er es wagt, ihn zu verſpotten.
Haben Sie geleſen? fragte der König, vor dem Miniſter ſtehen bleibend und ihn mit ſcharfen Blicken beobachtend.
Ja, Majeſtät, ich habe ihn geleſen.
Nun und was halten Sie davon? B Daß nur der Herr von Pöllnitz, welcher bekanntlich
nicht in ſeiner Weiſe, den Blitz ſo lange zurückzuhalten,


