Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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Nein, das werde ich nicht thun, Majeſtät, ſagte Boden feſt. Ew. Majeſtät kann mich alsdann fortjagen, aber Sie können mich nicht zwingen, zu thun, was wider mein Gewiſſen iſt.

Boden! rief der König mit ſo gewaltigem, zürnen⸗ dem Ton, daß ſelbſt die beiden horchenden Höflinge erbebten und ſich erblaſſen fühlten. 3

Dieſer Mann iſt ſchon eine Leiche, flüſterte Pöllnitz.

Ich rieche ſchon bis hierher den erfreulichen Duft ſeiner Leiche. Wir werden ihn begraben und ſeine lachenden Erben fein.

Sehen Sie nur, ſehen Sie nur dieſe fürchterlichen Blicke des Königs, flüſterte Fredersdorf. Seine Augen zerſchmettern dieſen Uebermüthigen, wie der Blitz des Zeus die Titanen zerſchmetterte. Ja, Sie haben Recht, der Herr von Boden iſt ein todter Mann; der König iſt in ſo fürchterlichem Zorn, daß er nicht die Kraft hat zu ſprechen.

Doch, er öffnet eben den Mund. Hören wir.

Boden, ſagte der König nach einer langen Pauſe, Sie vergaßen, daß Sie mit dem Sohn und nicht mit dem Vater ſprachen. Sie waren der Liebling Fried⸗ rich Wilhelms, aber Sie ſind der meine nicht und ich werde daher eine ſo rückſichtsloſe und vertrauliche Weiſe nicht dulden. Vergeſſen Sie das nicht und jetzt reden Sie weiter.

So lange ich noch im Amte bin, ſagte der Mi⸗ niſter mit einer leichten Verbeugung, ſo lange iſt es meine erſte und heiligſte Pflicht, Ew. Majeſtät frei und offen meine Meinung zu ſagen, und verzeihen

Ew. Majeſtät, Ihnen nach meinen beſten Kräften und

Einſichten meinen Rath zu ertheilen; nachher ſteht es in dem Ermeſſen Ew. Majeſtät, ihn zu verwerfen und anders zu verfahren und zu handeln, als es der

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