Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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haushaltes, der hochſelige König hatte kein Geheimniß vor mir. Ich werde dem jungen König dieſe Geheim⸗ niſſe ſagen, ich werde ihn vertraut machen mit dieſer ſo complicirten, ſo weitverzweigten Maſchinerie, ich werde die Ehre haben, ihm meine Kenntniß der Ver⸗ wendung aller Staatseinkünfte mitzutheilen, alſo das Glück haben, meinem König und meinem Vaterlande noch einige nützliche Dienſte zu erweiſen.

Das ſind ſehr freundliche und vielleicht auch gut gemeinte Anerbietungen, welche Sie mir da machen, ſagte der König mit einem leichten Lächeln. Indeſſen bedarf ich zum Glück derſelben nicht. Ich weiß bereits Alles, was ich wiſſen muß, und da ich unter den Papieren meines Vaters alle General⸗Etats der Staats kaſſen gefunden habe, ſo geht daraus hervor, daß ich ſehr genau weiß, was ich einzunehmen, aber auch was ich auszugeben habe. Außerdem aber iſt dieſe ganze Sache nicht ſo wichtig, daß ich mich darüber in weit⸗ läufige Details einlaſſen will, zudem iſt meine Zeit beſchränkt und ich habe Wichtigeres und Beſſeres zu thun, als über die Finanzen zu ſprechen.

Nein, Majeſtät, rief der Miniſter lebhaft, Ew. Ma⸗ eſtät haben nichts Wichtigeres und auch nichts Beſſeres zu thun. Die Finanzen, das ſind die

Pulsadern in dem Körper des Staats und der ganze

Organismus wird erkranken und abſterben, wenn dieſe

keinen ſtockenden und unregelmäßigen Schlag haben.

Nun, ſo muß man ihnen zur Ader laſſen, rief der König lachend, und das werde ich thun. Ich bin der Arzt dieſes Staatskörpers, Sie ſind weiter nichts als mein Chirurg; wenn ich alſo einen Aderlaß nöthig halte, ſo werden Sie die Ader ſchlagen und ſo viel goldenes Blut heraus fließen laſſen, als mir gut dünkt und als ich bedarf. 8