Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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lionen zuſammengeſcharrt hat, jetzt genöthigt iſt, ſie wieder herauszugeben und die Befehle und Unterſchriften des jungen Königs reſpectirend, zu unſern Feſten und Vergnügungen die Kaſſen zu leeren, welche er zu ganz anderen Zwecken gefüllt hat.

Dieſer Boden, ſagte Pöllnitz nachdenklich, dieſer Boden iſt unſer gefährlichſter Gegner, glauben Sie das mir, welcher ſich ein wenig auf die Phyſionomieen verſteht. Ich habe ſein Antlitz ſtudirt. Er iſt ein entſchloſſener, küͤhner Mann, der, wenn er gereizt wird, ſogar im Stande wäre dem König Trotz zu bieten. Wir haben wohl alle übrigen Miniſter gewinnen und unſern Plänen geneigt machen können. Keiner von den Andern wird uns im Wege ſtehen, keiner wird Feindſchaft gegen uns üben, und vorausgeſetzt, daß wir ſie nicht beſeitigen, werden ſie uns nicht hindern zu thun, was wir wollen. Ich habe eine Art Com⸗ promiß mit ihnen abgeſchloſſen. Wir werden ihre Wünſche und ihre Wohlfahrt beim König vertreten, ſie werden uns dafür frei walten laſſen und Alles gut heißen, was wir thun*). Nur den Finanzminiſter Boden habe ich nicht zu gewinnen vermocht. Er hat meine Anſpielungen nicht verſtehen, meine Schmeicheleien und verſtohlenen Winke nicht begreifen wollen, ich habe ihn weder mit Drohungen, noch mit Freundſchaftsver⸗ ſicherungen gewinnen können und alle meine noch ſo geſchickt gezielten Pfeile ſind an dem harten Panzer ſeiner dickhäutigen Ehrlichkeit abgeprallt.

Ah, um Boden dürfen Sie nicht Sorge tragen, rief Fredersdorf lachend. Er iſt ein verlorner Mann, der ganz von ſelber fällt, ohne daß wir nöthig haben

*) König. Hiſtoriſche Schilderung von Berlin. Vol. V. Bd. 2. pag. 7.( 3