er hatte ſie nur mit Blumen erſtickt, weiter nichts*)! Nun, was ſagen Sie zu meiner Geſchichte?
Ich ſage, daß ſie pikant und hübſch iſt und daß Heliogabal ein ſehr poetiſcher Kaiſer geweſen, nur ver⸗ ſtehe ich nicht recht den Zuſammenhang zwiſchen dem Kaiſer Heliogabal und uns.
Ah, Sie verſtehen nicht, flüſterte Fredersdorf ge⸗ heimnißvoll. Machen wir es doch wie Heliogabal. Berauſchen wir den mächtigen Rieſen mit köſtlichen Genüſſen, betäuben und erſticken wir den willens⸗ kräftigen Geiſt mit Blumen, ſtürzen wir ihn in ein Meer von Freuden und verweichlichen wir ihn mit köſt⸗ lichem Sinnenrauſch. 3
Nur, daß er keine Sinne hat, ſeufzte Pöllnitz.
Keine Sinne für die Schönheit der Frauen, aber andere Sinne. Er hat kein Herz, aber er hat einen Gaumen, er hat keinen Sinn für die Liebe, aber für die Tafel. Das iſt das Eine Häkchen, womit wir ihn halten können. Das Andere iſt ſeine Prunkſucht und ſeine Luſt an verſchwenderiſcher Pracht. Er iſt ſo lange genöthigt geweſen, ein ſparſames, unſcheinbares Daſein zu führen, daß es ihn jetzt wohl gelüſtet, ſich als den freien, glänzenden Fürſten, den goldregnenden Zeus zu fühlen. Sein Vater hat Millionen aufge⸗ ſpeichert, helfen wir doch dem Sohn ſie auszuſtreuen, das wird eine angenehme, zeittödtende Arbeit ſein, zu der Niemand ein beſſerer Rathgeber ſein kann, als Sie, Herr Baron. Während Sie aber mit dem König neue Feſte erſinnen, neue goldſtrahlende Paläſte und Märchen entwerfen, werde ich regieren und dem König die Laſt der Staatsgeſchäfte tragen helfen. Sie helfen
*) Gibbon. Hiistory of the decline and fall of the Roman empire.


