Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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Regen von Lorbeerzweigen und Kränzen über die Häupter der Senatoren. Anfangs lachten ſie und griffen ſchäkernd nach den fliegenden Kränzen. Aber dieſer Regen wollte gar nicht enden; jetzt kamen Maſſen von den herrlichſten Blumen, welche indeſſen einen betäubenden, ſinnverwirrenden Duft ausſtrömten. Die Senatoren ſchrieen, daß es genug ſei der Ehre, genug der Ueberraſchung. Aber der Blumenregen rauſchte mächtiger und mächtiger, in immer dickeren Wellen, in immer unaufhaltſameren Strömen auf ſie hernieder. Schon war die Tafel hoch davon über⸗ deckt, ſchon war der Fußboden nur noch ein hoher, weicher Blumenteppich.

Da endlich wollten die entſetzten Senatoren fliehen, da ſtürzten ſie zur Thür, aber dieſe Thür war ver⸗ ſchloſſen und widerſtand ihrem Drängen. Und von oben herab ſtrömte der Blumenregen immer gewaltiger hernieder. Von der Thür wateten die Senatoren durch ein Blumenmeer, das ſie ſchon bis über die

KLrice hin umfluthete, zu den Fenſtern. Aber der Saal

lag zwei Stockwerk hoch, ein Abgrund zeigte ſich ihren

Blicken und unten ſtanden dicht aneinander gedrängt

die römiſchen Legionen, ihre ſcharfen, ſchneidenden und ſpitzen Waffen hoch empor haltend. Es war alſo un⸗ möglich zu entfliehen. Und die Senatoren baten und flehten, den Blumenregen enden zu laſſen, aber er floß unerbittlich weiter, er überſchüttete ſie immer höher hinauf und endlich konnten ſie nicht mehr ſprechen und nicht mehr weinen, denn die Blumen bedeckten ihnen ſchon das Haupt und verbargen ſie Alle unter ihren duftenden, herrlich ſchimmernden Maſſen und endlich ſah man nichts mehr als eine unbewegte glatte Blumenfläche, in deren Innern alles lautlos war und ill. Heliogabal hatte die Senatoren nicht ermordet,