barkeiten. Entſinnen Sie Sich außerdem wohl, wie der römiſche Kaiſer Heliogabal es anfing die ſtolzen, ehrgeizigen und herrſchſüchtigen Senatoren, welche ſeine unumſchränkte Herrſchaft beeinträchtigen wollten, zu tödten?
Ich bin nicht ſo gelehrt, wie Sie, theuerſter Freund und ich geſtehe ohne Erröthen, daß ich nichts vom Heliogabal weiß.
Hören Sie alſo. Heliogabal war es überdrüſſig, der nur ausführende und gehorchende Beamte des decretirenden Senats zu ſein, er wollte ſelbſt herrſchen, er wollte die Macht haben, welche der Senat für ſich beanſpruchte. Aber er verbarg ſeine Gedanken in ſeinem Innern und zeigte den Senatoren ein unter⸗ würfiges, zufriedenes Geſicht. Er lud ſie zu einem feſtlichen Mahl auf ſeine Villa ein, er entzückte ſie durch die köſtlichſten Speiſen, den auserleſenſten Wein, und wie ſie noch glückestrunken und ſinnverwirrt an dieſer ſchwelgeriſchen Tafel ſaßen, ſtand Heliogabal auf und ſagte mit einem köſtlichen Lächeln: Jetzt gehe ich, meinen werthen Gäſten eine kleine Ueberraſchung. zu bereiten und ihnen einen Scherz zu machen, wie ſie ihn wahrlich noch niemals erlebten. So ſprechend ging er hinaus und die von Wein und Genüſſen trunkenen Senatoren hörten nicht, wie man draußen die Riegel vor die Thüren ſchob und ihnen alſo den Ausgang ſperrte. Sie tranken und jubelten weiter fort. Da öffnete ſich plötzlich über ihnen die ganze Decke des hohen Saals und ſie hörten Heliogabals Stimme, welche rief: Ihr könnt niemals Ehre und Anſehen genug haben, Ihr trachtet immer nach neuen Lorbeerkronen. Nun wohl, heute ſollt Ihr genng da⸗ von haben. Heute will ich Euch ſättigen mit Chren⸗ bezeugungen. Und wie er das geſagt, ergoß ſie ein 1*


