Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 3. Band (1858)
Entstehung
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des Münzjuden höhnte. Auch Gotzkowsky's Name ward verhöhnt, und er war doch ein Wohlthäter des Volkes geweſen, deſſen Blutſauger Ephraim war.

wohnt waren, ihr Mißgeſchick mit einem Witz hinweg zu blaſen, machten auch ihre Witze über ihr ſchlechtes Geld, und auf dieſes ſehr gut und weiß geſottene Ephraim'ſche Geld reimten ſie: Von Außen ſchön, von Innen ſchlimm, Von Außen Friedrich, von Innen Ephraim.

Nichts deſtoweniger blühte das Geſchlecht Ephraim's immer glänzender und ſchöner empor. Seine Töchter vermählten ſich reichen und angeſehenen Männern, zwei ſeiner Söhne waren reiche und angeſehene Männer in Berlin. Der älteſte, Veitel Ephraim, brachte es ſogar zumGeheimrath, und war mit ſeinem poſſeuhaften und lächerlichen Weſen eine Art Hofnarr in den Salons der Miniſter von Haugwitz und von Hardenberg. End⸗ lich aber ereilte ihn ſein Geſchick; Miniſter Haugwitz ließ ihn verhaften, und er ward, da ſchon die Feindſeligkeiten mit Frankreich ausgebrochen waren, 1806 des geheimen Unterhandelns und Verkehrs mit der franzöſiſchen Lega⸗ tion angeklagt. Er rettete ſich ins Ausland und ſchrieb hier eine Art Pamphlet gegen die preußiſche Politik und die preußiſchen Miniſter, das, ſo unverſchämt es in ſei⸗ nem ganzen Ton iſt, ſo widerlich, ſo anmaßend und frech auch der Autor daraus ſich erkennen läßt, doch viel Intereſſantes und Lehrreiches enthält.(Seine Schrift führt den Titel:Ueber meine Verhaftung, und erſchien 1808 in Deſſau.) 3 3

Des Münzjuden zweiter Sohn war David Ephraim; er war bis 1806 einer der erſten Banquiers. Dann aber entdeckte man, daß er faſt zehn Jahre den preußi⸗ ſchen Staat betrogen hatte, indem er Waarenballen im Königlichen Packhof niederlegte, darauf über 160,000