Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 3. Band (1858)
Entstehung
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thum und den Beſitz. Ich will arm ſein. Denn in der Armuth wohnt der Friede. Der Schwelle dieſes Hauſes kehre ich den Rücken, und ich will nichts mit mir nehmen, als dieſen Lorbeerkranz und Euch, meine Kinder.

Er reichte Eliſen und Bertram lächelnd ſeine Hände dar. Kommt, meine Kinder, laßt uns gehn! Laßt uns auswandern in das Glück der Armuth! Wir ſchütteln den Staub von unſern Füßen, und ſind leicht und frei, denn wir ſind arm, aber reich an Liebe! Ja, wir ſind arm, das heißt, wir ſind frei! Wir ſind nicht mehr abhängig von Vorurtheilen, von Rückſichten und Förmlichkeiten. Wir haben nichts mehr zu verbergen und zu verhüllen, wir haben uns unſerer Armuth nicht zu ſchämen, ſondern wir dürfen ſie aller Welt zeigen, und wenn wir als Bettler in Lumpen durch die Straßen gehen, ſo werden dieſe reichen Leute da doch beſchämt vor uns die Augen niederſchlagen müſſen, denn unſere Armuth wird ſie anklagen, und unſere Lumpen werden wider ſie zeugen. Kommt, meine Kinder, laßt uns unſer Leben der Armuth beginnen. Wenn aber einſt der Tod kommt, um mich abzurufen, dann ſchmückt meine kalte Stirn mit dieſem ſilbernen Eichenkranz, den mir die Stadt Berlin geſchenkt, und ſchreibt auf meinen Sarg: So lohnt die Welt!*) 3

*) Mit dieſ en Worten ſchließt Gotzkowsky ſeine Bio⸗ graphie.