— 188—
Ihr habt hohe Wechſel auf mich, und wenn ich fallire, bekommt Ihr nur einen Theil der Schuld ausgezahlt, während Ihr, wenn ich beſtehe, das Ganze erhaltet. Ihr wollt großmüthig ſein aus Egoismus. Ich nehme Eure Großmuth nicht mehr an. Ihr ſollt verlieren.
Das ſei Eure Strafe und meine Rache. Ihr habt mein Herz bis auf den Tod verwundet, ich treffe Euch dafür an dem einzigen Punkt, wo Ihr Schmer⸗ zen empfinden könnt. Ich packe Euch an Eurer Geldgier. Ihr kommt zu ſpät! Ich bin ein Ban⸗ querotteur. Meine Wechſel verlieren ihren Cours, aber meine Ehre ſtirbt nicht mit meiner Firma!
Alle ſchwiegen und blickten mit finſterm Stirn⸗ runzeln zur Erde nieder.
Nur Einer blickte mit klarem, hellem Auge zu Gotzkowsky hinüber.
Das war Ephraim, der Münziude, welcher, ein⸗
gedenk ſeiner Unterredung mit Gotzkowsky, trium⸗
phirend zu ſich ſelber ſagte: Er hat doch von mir gelernt. Er verachtet die Menſchen.
Herr Itzig war um ſo grimmiger. Ihr wollt alſo unſer Verderben? ſagte er zornvoll. Ihr wollt un⸗
dankbar ſein? Das hat die Judenſchaft nicht dafür
verdient, daß ſie Euch damals den ſchönen Brillant⸗ ring ſchenkte. Was wird die Welt dazu ſagen!
Die Welt wird erfahren, weshalb ich zu Grunde gehe, und ſie wird Euch verdammen! ſagte Gotz⸗ kowsky. Geht hin, nehmt Alles, was ich habe, ich mag nichts mehr beſitzen. Ich verachte den Reich⸗


