Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 3. Band (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 187—

Moment mit ſinnendem, prüfendem Ausdruck auf Ephraim's Antlitz, und dieſes leiſe, ſpöttiſche Lächeln, welches auf des Juden Lippen ſtand, ſchien ſeine Entſchlüſſe nur noch zu kräftigen und ſeinen Muth zu erhöhen.

Mein Haus hat fallirt, ſagte er ruhig und ſtolz. Und als er auf den Mienen der Herren ihre Angſt und ihr Entſetzen ſich ausprägen ſah, wiederholte er faſt frohlockend: ja, mein Haus hat fallirt! Das Dokument iſt ſchon abgeſchickt, in welchem ich dem Magiſtrat und der Kaufmannſchaft den Fall meines Hauſes anzeige und mich banquerott erkläre.

Ihr dürft nicht falliren! ſchrie Itzig wüthend.

Ihr dürft dem Magiſtrat und der Stadt nicht dieſe Schmach auferlegen, rief der Herr Stadtrath würdevoll. Wir dürfen es nicht leiden, daß die Nach⸗ welt von uns ſagen kann:„die Stadt Berlin ließ den edelſten ihrer Bürger in Noth und Elend unter⸗ gehen!“

Wohl mir, wenn ſie das einſt ſagen wird, rief Gotzkowsky, denn wenn ſie es ſagt, ſo iſt damit mein

Name und meine Ehre gerettet!

Aber der Magiſtrat freut ſich, Euch dankbar ſein zu können, bat der Stadtrath.

Die Judenſchaft freut ſich auch darauf, ſchrie Itzig. Die Judenſchaft iſt bereit Euch zu helfen.

Gotzkowsky ſchleuderte einen zornigen Blick auf ihn.

Das heißt, ſagte er, Ihr habt Euch überlegt, daß es in Eurem Vortheil liegt, wenn ich nicht fallire.