Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 3. Band (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 186—

Seite ſeiner Kinder. Seine Geſtalt war hoch auf⸗ gerichtet, ſein Haupt ſtolz gehoben, und nicht wie ein Unglücklicher, Belaſteter, trat er ihnen gegenüber, ſondern wie ein Herrſcher ſeine Vaſallen empfängt, ſo empfing Gotzkowsky die Herren vom Magiſtrat und der Judenſchaft, und vor ſeinen durchbohrenden Blicken ſchlugen ſie beſchämt und ſchuldbewußt die Augen nieder.

Der Magiſtrat ſchickt uns, ſagte einer der Herren Stadträthe.

Ich habe nichts mehr zu ſchaffen mit dem Ma⸗ giſtrat, ſagte Gotzkowsky verächtlich.

Gotzkowsky, zürnt nicht mehr! ſagte der Stadt⸗ rath mit faſt flehendem Ton. Der Magiſtrat iſt, in Anerkennung Eurer großen Verdienſte um die Stadt, bereit und willig, die Summe, welche Ihr fordert, auszuzahlen.

Gotzkowsky ſchüttelte ſtolz das Haupt. Ich bin aber nicht mehr bereit, ſie anzunehmen, ſagte er. Die Friſt iſt abgelaufen. Ihr könnt Euch nicht mehr los⸗ kaufen, Ihr bleibt meine Schuldner.

Aber uns werdet Ihr erhören, rief Itzig. Wir kommen als Abgeordnete der Judenſchaft.

Wir ſind ermächtigt, Euch zu helfen, fügte Ephraim hinzu. Wir ſollen Euch im Namen der Juden⸗ ſchaft für Zinſen und Unterſchrift Geld und Credit geben, ſo viel Ihr bedürft, damit Euer Haus nicht

fallire. Gotzkowsky's großes, tebeſs Auge ruhte einen