tram. Die Zeugen zur Trauung waren alſo da, man hatte nichts weiter nöthig, als ſich zum Altar zu begeben.
Eliſe hatte es von ihrem Vater begehrt, daß ſie ſelber den Fürſten ſehen und verabſchieden könne, ſie hatte verlangt, daß auch Bertram dabei zugegen ſei. Sie wollte ihm zeigen, daß ihr Herz unt Linem Schlage und für immer von dieſer thörichten und unheilsvollen Liebe geheilt ſei un aß ſie ohne Zö⸗ gern und Erbeben dem Fürſten ratimojeff gegen⸗ über treten könne. Es war dies ein Opfer, welches ſie der Ehre ihres zukünftigen Gatten, welches ſie ihrem eigenen Stolze darbringen mußte, und ſie würde ſich ſelber verachtet haben, wenn ein Hüchen ihrer Wimper, ein Seufzer ihrer Bruſt dieſes Wehe⸗
gefühl verrathen hätte, das wider ihren Willen ihr
Gemüth beängſtigte! Sie ſah daher mit ruhigem, kaltem Blick den Fürſten eintreten, und zum erſten Mak ſchien er ihr nicht mehr der ſchöne, mit einem bezaubernden Weſen angethane Mann, ſondern ſie las in ſeinen ſchlaffen Zügen nichts als die traurige Geſchichte ſeiner Ver gangenheit. Der Bann war gebrochen, welcher ihre Augen gefangen gehalten. Ihr Blick war wieder frei, und ihr graute jetzt vor dieſer wilden, dämoniſchen Schönheit, welche ſie einſt als ein göttliches Bild des Mannes angebetet hatte! Wie ſie ihn fühlte ſie, daß ſie dieſen Mann haſſen kön 1 12*
da war auch ihr Vater und ihr Jugendfreund Ber⸗


