Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 3. Band (1858)
Entstehung
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Plötzlich erbebte er. Eine geliebte theure Stimme rief ſeinen Namen! Ach es war die Stimme ſeiner Tochter, die er vergeſſen hatte in der Bitterniß ſei⸗ ner Pein.

Er hatte geglaubt, ſein Herz ſei ſchon geſtorben für alles Empfinden, aber die Liebe lebte doch noch in ihm, und die Liebe rief ihn in's Leben zurück.

Es flog wie ein elektriſcher Schlag durch ſeine ganze Geſtalt, er ſetzte den Becher nieder und ſeine Hände über ſein Antlitz ſchlagend, murmelte er leiſe: Oh unnatürlicher Vater! Ich vergaß mein Kind!

Hinter ihm ſtand Eliſe und betete zu Gott um Kraft und Entſchloſſenheit.

Sie wollte ganz unbefangen, ganz harmlos erſchei⸗ nen, um ihren Vater nicht ahnen zu laſſen, daß ſie ſeine finſtern Entſchlüſſe kenne.

Ihre Stimme durfte daher nicht zittern, ihr Auge mußte klar und ruhig blicken und ein Lächeln mußte auf ihren Lippen ſtehen, welche noch bebten von die⸗ ſen Gebeten der Angſt, die ſie zu Gott empor geſchickt.

Mein Vater, ſagte ſie leiſe, aber mit ruhigem Ton, mein Vater, ich komme, Dich um Deinen Segen zu bitten. Und hier iſt der Myrthenkranz, mit dem Du mich ſchmücken wollteſt.

Gotzkowsky hatte noch immer ſein Antlitz verhüllt, aber ſeine ganze Geſtalt zitterte und ſchüttelte ſich wie im Fieberfroſt.