Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 3. Band (1858)
Entstehung
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land auf ſeiner Forderung beſteht und ſein großmüthi⸗ ger König ihm nicht hülfreich iſt. Ach, Ew. Maje⸗ ſtät können nicht wollen, daß die Welt und die Ge⸗ ſchichte ſagen, Rußland betrug ſich milder und erbar⸗ mensvoller gegen Berlin, als es Preußen gegen Leip⸗ zig that. Es iſt wahr, die Ruſſen haben auch die Aelteſten der Judenſchaft in's Gefängniß geſchleppt, weil ſie nicht zahlen konnten. Aber ſie ließen dieſe armen Schlachtopfer ihrer Habſucht zum Mindeſten wie Menſchen behandeln. Sie ließen ſie nicht auf faulem Stroh ſchlafen, nicht hungern und in Elend und Schmutz vergehen, ſie geißelten ſie nicht und marterten ſie nicht, daß ſie das hingeworfene Brot mit ihren Thränen netzen mußten.

Wer thut das? rief der König mit donnernder Stimme und flammenden Augen.

Gotzkowsky verneigte ſich tief. Das thut Se. Ma⸗ jeſtät der König von Preußen! Deer König ſtieß einen zornigen Ausruf aus und ſchritt mit drohend gehobenem Arm auf Gotzkowsky zu, welcher mit feſtem, uhigen Blick ihm entgegen ſah.

Er lügt! donnerte der König. Widerrufe Er!

Ich habe, ſo lange ich lebe, die Wahrheit geſprochen, Majeſtät, die Wahrheit ſonder Menſchenfurcht und Angſt. Ew. Majeſtät iſt der Erſte, welcher mich der Lüge zeiht. Ich habe es mit meinen eigenen Augen geſehen, daß Ew. Majeſtät Beamte die armen gefan⸗

genen Leipziger Kaufleute wie die Hunde behandelten.

Was ſage ich, wie die Hunde! Ach, wie würden dieſe