Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 3. Band (1858)
Entstehung
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Oeſterreichern den Rückzug nach Dresden abzuſchnei⸗ den, oder ſie mindeſtens aus dieſer Stadt zu ver⸗ treiben.Aber ſie haben uns von der Höhe ihrer Berge ausgelacht, ſchreibt der König an die Gräfin Camas. Ich bin ſtehenden Fußes wieder zurück⸗ gegangen und habe mich, wie ein kleiner Junge, vor Verdruß in eins der verwünſchten ſächſiſchen Dörfer verſteckt. Ich verſichere Sie, ich führe ein wahres Hundeleben, das, Don Quixote ausgenommen, Nie⸗ mand noch außer mir geführt hat.

Indeß hatte Friedrich dieſesverwünſchte ſächſiſche Dorf(Neuſtadt) verlaſſen, und war nach Meißen gegangen, womit denn des KönigsHundeleben auf einige Zeit der Behaglichkeit und Ruhe hatte weichen müſſen.

König Friedrich hatte alſo für einige ſtille Wochen das Schwert bei Seite gelegt und der Feldherr hatte ſich wieder in den königlichen Dichter und Gelehrten verwandelt, welcher ſeine Zeit zwiſchen Muſik und Poeſie, zwiſchen ernſten Studien und dem Schreiben an ſeine Freunde theilte, denen er Briefe ſchrieb, in welchen ſich ſeine erhabene, große Denkungsart, ſeine von allen Vorurtheilen geläuterte Seele in ihrer gan⸗

zen Schönheit und Kraft offenbarte.

Der König war allein in ſeinem Arbeitszimmer. Er hatte eben einen Brief an den Marquis d'Argens

vollendet, den er aufgefordert, ihm von ſeiner Gallerie

in Sansſouci Nachricht zu geben, und ihm von den Fortſchritten derſelben zu erzählen. 1