Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 3. Band (1858)
Entstehung
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Der König hatte Sachſen lange geſchont, es jam⸗ merte ihn dieſes ſchönen, von Drangſalen heimgeſuch⸗ ten Landes,*) aber Sachſen mußte endlich auch als feindliches Land behandelt werden, da es die edle und ſchonende Milde Friedrichs nicht anerkennen wollte und ſich mit fanatiſchem Eifer zu ſeinen Fein⸗ den geſellte. Nun zeugten bald ſeine zerſtörten Saat⸗ felder, ſeine ſtillſtehenden Fabriken, ſeine verarmten Städte und ſeine verlaſſenen Dörfer von ſeiner Noth und von dem Jammer des Krieges.

In dieſem Augenblick aber herrſchte Ruhe und

Stille in den feindlichen Lagern. Man war auf bei⸗

den Seiten zu ermattet, um einen neuen Kampf

wagen zu können, und beide Theile mußten ſich, aus 1

eigener Erſchöpfung aller Kräfte, ein wenig Zeit und 3

Ruhe gönnen. Zudem war der Winter mit unge⸗ wöhnlicher Strenge frühzeitig hereingebrochen und

hatte dem Feldzug für das Jahr 1760, wie es ſchien,.

ein Ende gemacht. Man ſtritt ſich nur noch um die

Zinterquartiere, und es war daher nach dem Siege

ei Torgau des Königs erſtes Bemühen geweſen, den

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*) In einem Brief an Algarotti, datirt aus Freiberg,+ den 10. März 1760, ſchreibt der König: Cette cam- agne vient d'abimer la Saxe. J'avais ménagé ce ean pays autant que la fortune me l'avait permis; mais à present la desolation est partout et sans Patlen du mal moral que cette guerre pourra faire, 6, mal physique ne sera pas la moin re, et nous P'échapperons bien si la Peste ne s'en suit pas.

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