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J. Friedrich der Große in Meißen.
Die große Schlacht von Torgau war geſchlagen, und nach ſo vielen Hämpfen und nach ſo blutigem Siege ruhte das Pr ißiſche Heer und träumte mit inniger Befriedigung von ſeinen Winterquartieren, welche es diesmal in Sachſen zu finden hoffte.
Das preußiſche Hauptquartier befand ſich vorläufig in Meißen, und im dortigen Schloß wohnte für einige kurze Tage der Ruhe der König, welcher ſeit man⸗ chem Jahr von der Größe und Macht ſeiner Stellung nur die Drangſalen und Gefahren empfunden, der König, welcher oft mit Hunger und Sorge, mit täg⸗ licher Entbehrung und Todesgefahr kämpfte, und wel⸗ cher eines Tages, ermüdet von dem nächtlichen Schla⸗ fen auf dem kalten Erdboden, ſeinem Adjutanten auf⸗ trug, ein Bund Stroh zum Nachtlager für ſeine Per⸗ ſon mitführen zu laſſen.
Gozkowoky III. 1


