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und fuhr fort: Seid ſo gütig und macht uns die Freude, von der dankbaren Judenſchaft dies Geſchenk anzunehmen. Es iſt ein Diamant vom reinſten Waſſer!
Es iſt eine verſteinerte Freudenthräne, unterbrach ihn Itzig, eine Freudenthräne, die wir vergoſſen haben vor Entzücken, daß Ihr uns von der Brandſteuer befreit habt. Ihr ſeid unſer größter Wohlthäter, unſer größter Freund, Ihr habt Euch bewieſen als der Er⸗ löſer der Judenſchaft, denn Ihr habt uns erlöſt von der Brandſteuer und habt uns gelaſſen, was die Ehre und das Anſehen, und das Glück der Juden iſt,— Ihr habt uns gelaſſen unſer Geld. Denn wenn der Jude kein Geld hat, iſt er kein Menſch. Nehmt den Ring und tragt ihn zu unſerm Andenken!
Nehmt ihn, wir bitten! rief Ephraim, und die Judenſchaft ſchrie es ihm nach.
Gotzkowsky nahm den Ring, und ihn an ſeinen Finger ſteckend, dankte er den Gebern für das koſt⸗ bare Geſchenk, das er tragen wolle zu ihrer Ehre und zu ſeiner Freude.
Itzigs Stirn umwölkte ſich ein wenig, und indem er mit Ephraim und ſeinen Freunden zurücktrat, murmelte er leiſe: Er nimmt ihn an! Ich hoffte, er würde ſo ſtolz ſein ihn auszuſchlagen, denn er koſtet ſehr viel Geld, und wir hätten es ſehr gut gebrauchen können! G
Das feierliche Eintreten der hohen Herren des Berliner Magiſtrats unterbrach Itzig's heimlichen


