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Monolog und lenkte ſeine Aufmerkſamkeit auf den Herrn Oberbürgermeiſter von Kircheiſen hin, der in aller Pracht und Würde ſeiner goldenen Kette und ſeines Amtes in Begleitung der Senatoren und Stadt⸗ verordneten feierlich durch die Menge daher wallte, und Gotzkowsky, welcher ihm ehrfurchtsvoll entgegen trat, ſeine Hände darreichte.
Der Magiſtrat von Berlin iſt gekommen, Euch zu danken, ſagte er. Denn es iſt ein Beiſpiel ohne Beiſpiel, daß ein Mann für ſeine Mitbürger das übernimmt und leidet, was Ihr ohne alles Intereſſe, und ſonder alle Nebenzwecke für uns ausgeſtanden habt.*)
Ihr haltet mich für beſſer als ich bin, ſagte Gotz⸗ kowsky lächelnd, da Herr von Kircheiſen ſchwieg, ich hatte einen Nebenzweck. Ich wollte mir die Liebe meiner Mitbürger erwerben. Wenn mir das gelun⸗ gen iſt, ſo bin ich überreich belohnt, und ich bitte Euch, ſchweigen wir davon.
Der Herr Oberbürgermeiſter ſchüttelte majeſtätiſch ſein Haupt. Ihr habt an uns die Tugend der Men⸗ ſchenliebe geübt, ſagte er, erlaubt daher, daß wir an Euch die Tugend der Dankbarkeit zu üben ſuchen.
Er nahm aus der Hand des zweiten Bürger⸗ meiſters ein dunkelrothes Käſtchen, aus welchem er
*) Des Oberbürgermeiſters eigene Worte. Siehe Ge⸗ ſchichte eines patriotiſchen Kanfmanns S. 136.
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