Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 2. Band (1858)
Entstehung
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Eliſe war in der That krank, der Schmerz und die Verzweiflung ihres verrathenen und betrogenen Herzens hatten ſie niedergeworfen, und ihre wilden Fieberphantaſien, ihre verzweiflungsvollen Klagen, ihre vorwurfsvollen Geſpräche mit ihrem verlornen Geliebten, den ſie nicht ſah, der aber dennoch in ihren Fieberträumen vor ihr ſtand, hatten ihrem Vater die Geheimniſſe ihres armen, gefolterten Herzens ver⸗ rathen. Voll heißer Rührung dankte er Gott für ihre Rettung, und ſein Herz war ohne Groll gegen das arme, mißleitete Kind, das in der Einſamkeit ihres Herzens ſich in dieſe Liebe, wie in einen rettenden Hafen geflüchtet hatte.

Nur ſich ſelber machte er Vorwürfe, und in der Zerknirſchung ſeines Herzens ſagte er zu ſich: Eliſe hat ganz Recht, mir zu zürnen und an meiner Zärt⸗ lichkeit zu zweifeln. Ich ertrug die Einſamkeit und das ſtete Getrenntſein von meiner Tochter, weil ich daran dachte, daß ich für ſie arbeitete, um ihretwillen mir dieſe Entbehrung auferlegte, aber ich hatte ver⸗ geſſen, daß auch ſie einſam und allein war, daß ſie der Vaterzärtlichkeit entbehrte, wie ich der Liebe mei⸗ nes Kindes. Ich wollte ſie reich machen und habe ſie doch nur arm und elend gemacht.

Er küßte die brennende, fieberglühende Stirn Eliſens, er benetzte ſie mit ſeinen ſegnenden Thränen, und vergab ihr in der Tiefe ſeines Herzens ihre miß⸗ leitete Liebe, und ihre Irrungen und Vergehen.

Sie war ja bei ihm, ſie war zu ſeinem Herzen