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Plötzlich verſtummte ſie, und es fuhr wie ein elek⸗ triſches Zittern durch ihre ganze Geſtalt.
Sie hörte das verabredete Zeichen, und die Töne des Poſthorns, welches langſam und ſchleppend die ſchwermuthsvolle ruſſiſche Melodie erklingen ließ, zer⸗ riſſen ihr Ohr wie eine fürchterliche Schreckens⸗ botſchaft.
Eine Zeitlang ſtanden die beiden Frauen ſtumm und unbeweglich da; ſie lauſchten Beide dem Grab⸗ lied ihrer Liebe und ihres Glückes, und dieſes ſo einfache, ſo herzige Lied klang ihnen ſchauerlich und grauenvoll in der grenzenloſen Oede ihres Herzens.
Endlich verſtummte das Lied, und eine nur zu ſehr geliebte und gekannte Stimme rief: Eliſe! Eliſe!
Das junge Mädchen richtete ſich ſchaudernd und entſetzt empor. Mir graut vor ſeiner Stimme! mur⸗ melte ſie.
Aber dennoch ſchien ſie dem Ruf nicht widerſtehen zu können, denn ſie näherte ſich dem Fenſter und ſchaute horchend hinunter..
Gräfin Lodoiska beobachtete ſie mit eiferſüchtigen Blicken und ein fürchterlicher Gedanke bemächtigte ſich plötzlich ihrer Seele.
Wie, wenn dieſes junge Mädchen ihn eben ſo heiß liebte, wie ſie? Wenn ſie bereit war, ihm Alles zu vergeben, ſeine ganze Vergangenheit auszulöſchen mit der Hand der Liebe und ein neues Daſein mit ihm zu beginnen? Wenn ſie kein Mitleid empfände mit Feodor's verlaſſener Braut, und über ihr ge⸗


