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Augen. Aber ich will der Schmerzen nicht achten! Ich will leſen!
Sie las dieſen Brief, welcher ihr ganzes Glück mordete, langſam und mit einer erſchreckenden Ruhe, ſie ließ das Gift dieſer an eine Andere gerichteten Liebesworte langſam, Tropfen um Tropfen, in ihre Seele fallen. Als ſie ihn endlich zu Ende geleſen, wiederholte ſie ſich noch einmal die letzten grauſamen Worte, die letzten innigen Betheurungen, mit denen Feodor ſeine Braut ſeiner nie ändernden Liebe und Treue verſicherte, mit denen er ihr ſchwur, daß er ſeine Liebe zu ihr nicht nur als ein Glück, ſondern auch als eine Ehrenſchuld betrachte, daß ſie mehr von ihm zu fordern habe, als nur ein Herz, daß er ihr auch ihre Ehre ſchulde.
Dann, als ſie lange und ſorgfältig wie ein Schrift⸗ forſcher die Unterſchrift ſeines Namens betrachtet hatte, reichte ſie das Papier mit einem leichten Neigen des Hauptes der Gräfin dar.
Oh mein Gott, ich habe ihn grenzenlos geliebt, murmelte ſie leiſe, und nicht mehr im Stande, ihre
Thränen zurück zu halten, ſchlug ſie ihre Hände vor 8
ihr Angeſicht und weinte laut.
Armes, unglückliches Mädchen! rief die Gräfin, indem ſie zärtlich ihren Arm um Eliſens Nacken legte.
Eliſe fuhr heftig empor und ſah ſie faſt zür⸗ nend an.
Beklagen Sie mich nicht! rief ſie. 38 will kein Mitleid von Ihnen. Ich—


