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Kummers. Die Gräfin heftete ihre großen, glühenden Augen auf das junge Mädchen, welches bleich, ganz verſunken in ihren Schmerz, unbeweglich vor ſich hin⸗ ſtarrte.
Ich habe Ihnen noch nicht den Namen meines Geliebten geſagt, unterbrach die Gräfin endlich dieſe ängſtliche Stille. Soll ich Ihnen denſelben nennen?
Eliſe fuhr wie aus ſchweren Träumen erwachend empor. Nein, ſagte ſie angſtvoll. Nein, nennen Sie ihn nicht. Was habe ich mit ihm zu ſchaffen. Ich kenne ihn nicht. Ich will ſeinen Namen nicht hören. Was kümmert mich der Name eines Mannes, der ein ſo ſchweres Verbrechen begangen.
Sie müſſen ihn hören, rief Gräfin Lodoiska feier⸗ lich, Sie müſſen den Namen des Mannes kennen, der an mich gefeſſelt iſt durch eine blutige, ſchuld⸗ befleckte Vergangenheit und der mich verlaſſen hat. Es iſt der Obriſt Graf Feodor von Brenda!
Eliſe ſtieß einen Schrei aus und ſank halb ohn⸗
mächtig in die Kiſſen des Divans zurück.
Aber dieſe Muthloſigkeit dauerte nicht lange; ihr Herz, welches einen Moment wie in einem Krampf ſtill geſtanden hatte, ſchlug jetzt wieder mit glühendem Pochen, ihr Blut jagte wieder tobend durch ihre Adern, und ihre, an die Hoffnungsloſigkeit des Kum⸗ mers noch nicht gewöhnte Seele wollte noch einen letzten Verſuch machen, ſich von dieſen Feſſeln, mit welchen das Unheil ſie umſchlingen wollte, frei zu machen.


