XVI. Die Strafe.
Eliſe war der Erzählung der Gräfin mit geſpann⸗ ter Erwartung, mit glühender Theilnahme gefolgt. Ihr Geſicht war marmorbleich und ihr Blick thrä⸗ nenſchwer und trübe geworden. Eine furchtbare Ah⸗ nung dämmerte in ihrem Herzen auf, aber ſie wehrte
ſie von ſich. Sie wollte dieſe Stimmen in ihrer Bruſt
nicht hören, welche ihr zuflüſterten, daß dieſe trau⸗ rige Erzählung der Gräfin in irgend einem Zuſam⸗ menhang mit Eliſen's eigenem Geſchick ſtehen könne.
Ihr Geliebter hat Ihr Vertrauen nicht getäuſcht? fragte ſie. Sie hatten Ihrer Liebe ein ſo blutiges Siegel aufgedrückt! Er durfte es nicht brechen.
Er brach es, rief die Gräfin ſchmerzvoll. Ich war ihm nichts mehr als ein ſchuldbeladenes Weib, und er ging hin, ſich einen Engel zu ſuchen. Er vergaß
ſeine Schwüre, ſeine Pflichten, und ſchleuderte mich
in den Abgrund, weil ich ihm läſtig war. Beide ſchwiegen ſie jetzt in der Bitterniß ihres


