Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 2. Band (1858)
Entstehung
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wenig Nahrung, um eine Rinde Brodt gefleht, aber als ſie ſahen, daß man ſich ihrer Qualen freue, daß ihr Jammergeſchrei dieſen Brühl'ſchen Dragonern wie ein beluſtigendes Lied ertöne, da verſtummten ſie, und in der Bruſt der kleinen, verlaſſenen, zitternden Knaben regte ſich der Geiſt ihrer Väter. Sie trockneten ihre Augen, und drängten die Klagen zurück in ihre kleine, ſchmerzende Bruſt.

Wir wollen nicht mehr weinen, ſagte der kleine Ramin, der trotz ſeiner zwölf Jahre, dennoch der Aelteſte der gefangenen Cadetten war, und von ihnen gewiſſermaßen als ihr Führer und Hauptmann be⸗ trachtet ward. Wir wollen nicht mehr weinen, denn unſere Thränen machen unſern Feinden Freude. Laßt uns luſtig ſein, dann ärgern wir ſie vielleicht! Kommt, wir wollen ihnen zum Trotz, und damit ſie ſehen, daß wir uns gar nichts aus unſerer Hungerpein machen, ein luſtiges Lied ſingen!

Ja, das wollen wir! riefen die Knaben. Was für ein Lied?

Den Prinzen Eugen! ſagte der kleine Ramin, und ſofort begann er mit ſeiner zarten Kinderſtimme, „Prinz Eugen, der edle Ritter!“

Und nun fielen alle Knaben mit einer Art ver⸗ zweiflungsvoller Begeiſterung in den Geſang ein, und mit ſchmetterndem Jubelton hallte das Lied vom tapferen Ritter von den zitternden Kinderlippen.

Aber allmälig verſtummte hier und da ein erblei⸗ chender Mund, allmälig ward der Geſang leiſer und

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