Häuſer in Brand! Rettet uns!
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Aber als die Mädchen den Kammerdiener auffor⸗ derten, ihnen behülflich zu ſein, und die ohnmächtige Gebieterin empor zu heben, drängte Gotzkowsky ſie Alle zurück und trug ſie ſanft und leiſe, zärtlich und ſorgſam wie eine Mutter zu einem Seſſel hin, auf den er ſie niedergleiten ließ. Nun betrachtete er ſie lange, und drückte einen inbrünſtigen Kuß auf ihre Stirn.
Eliſe begann ſich zu regen, ihre Wangen über⸗ hauchten ſich mit einem leichten Roth, ſie öffnete die Augen. Sofort trat Gotzkowsky zurück und winkte den Dienerinnen, Eliſe in ihr Gemach zu tragen.
Er blickte ihr nach bis ſie verſchwunden war, und
den thränenfeuchten Blick gen Himmel richtend, ſagte er leiſe: Mein Kind! Ich habe ſie verloren! Oh ich bin ein armer, beklagenswerther Vater!
Mit einem tiefen Schmerzenslaut ſchlug er die Hände vor ſein Angeſicht und man hörte nichts als das qualvolle Aechzen dieſes in Schmerzen ringenden Vaterherzens.
Plötzlich ertönte von draußen her lautes Jammer⸗ geſchrei und angſtvolles Hülferufen. Es kam näher und näher, es erreichte jetzt Gotzkowsky's Haus, und erfüllte deſſen Gänge und Hallen. Es war nicht das Jammergeſchrei eines Einzelnen, vielfach ertönte es klagend und wimmernd, kreiſchend und heulend.
Hülfe! Hülfe! Erbarmt Euch! Rettet uns! Die Oeſterreicher hauen uns nieder! Sie ſtecken unſere


