Gotzkowsky ließ die Hände von ſeinem Geſicht gleiten, und horchte. Was war das? Wer ruft um Hülfe? fragte er träumeriſch, noch befangen in ſeinen eigenen Qualen, kaum der Wirklichkeit ſich bewußt. Aber auf einmal zuckte er zuſammen, und aus ſeinen Augen ſprühte 1 wieder Muth und Leben. Achl rief er laut, die Menſch⸗ 1 *
heit leidet, und ich dachte nur an meinen Schmerz!— Ich kenne dieſe Stimmen, es ſind die Kinder und Weiber meiner Arbeiter, es ſind die Bedrängten und Armen der Stadt, welche mich rufen! Das Volk be⸗ 5 darf keiner! Auf Gotzkowsky, gieb ihnen Dein Leben, gieb ihnen Dein Herz! Verſuche es, den Unglücklichen Vater zu ſein, dann biſt Du nicht arm an Kindern! Draußen tönte fort und fort das Wehegeheul und das Hülfegeſchrei, und jammernde und zitternde Wei⸗ 2 ber und rührende Kinderſtimmen riefen laut Gotz⸗ kowskys's Namen, flehten und baten: Gotzkowsky, hilf uns! Erbarme Dich unſrer, Vater Gotzkowsky! Vater! rief Gotzkowsky, den ſtrahlenden, begei⸗ 4 ſterten Blick gen Himmel hebend. Sie nennen mich Vater, und ich beklage mich! Auf zu meinen Kin⸗ dern, die mich lieben, und die meiner Liebe bedürfen!
Ende des erſten Bandes.
Druck von Eduard Krauſe in Berlin.


