Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 1. Band (1858)
Entstehung
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leiſeſten Ruf Eliſens zu ihr zu eilen und ſie mit ſei⸗ nem Leben zu vertheidigen gegen jeden Angriff und jede Gefahr. Eliſe fühlte ſich ihm zu Dank verpflich⸗ tet und doch war ihr dieſe Pflicht der Dankbarkeit eine Laſt. Es war ihr peinlich und ſchmerzvoll zu⸗ gleich, Bertrams ſtilles und trauriges Antlitz zu ſehen und in ſeinen umflorten Augen ſeinen ſo tapfer ver⸗ ſchwiegenen Kummer zu leſen. Aber ſie hatte ſich dennoch bemüht, dies Gefühl zu überwinden, und oft war ſie in dieſen Tagen zu ihm gekommen, um mit ihm zu plaudern von vergangenen Zeiten, und durch ihre Nähe ihm zu danken für ſeinen Schutz und ſeine treue Gegenwart. Bertrams zartfühlende Seele indeß hatte ſehr wohl empfunden, welchen Zwang ſich Eliſe um ſeinetwillen auferlegte und das harmloſe, heitere Geplauder mit ihr war ihm ſelber um ſo ſchmerzlicher geweſen, je mehr es ihn an vergangene Zeiten und an zertretene Hoffnungen gemahnte. 4

Er hatte daher mit einem traurigen, reſignirten Lächeln Eliſe gebeten, nicht mehr in die Halle zu kommen, weil bei dem nahe bevorſtehenden Einmarſch des Feindes es beſſer ſei, wenn ſie in dem obern Stock des Hauſes in ihrem Zimmer bliebe und die Thür verſchlöſſe, um vor jedem möglichen Ueberfall geſichert zu ſein.

Eliſe hatte ganz die Zartſinnigkeit und den Edel⸗ muth dieſer Bitte verſtanden und war ſeitdem ſtill und ungeſtört in ihrem Zimmer geblieben.

So war die zweite Nacht hereingebrochen. Eliſe