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verbrachte ſie, wie die vorige, auf⸗ und abwandelnd, des Schlafs nicht bedürfend, ſondern wach gehalten von ihren Gedanken und Sorgen.
Indeß mitten in der Nacht ward ſie in ihren ge⸗ dankenvollen Träumereien durch Bertram unterbrochen, der an ihre Thüre kam und mit leiſer und ſchüchter⸗ ner Stimme ſie um Einlaß bat.
Eliſe wußte ſehr wohl, daß ſie Bertram wie einem Bruder, einem uneigennützigen wünſcheloſen Freund vertrauen durfte; ſie öffnete ihm daher ohne Furcht
ihre Thür und hieß ihn eintreten.
Bertram kam ſchüchtern und beklommen, innerlich faſt überwältigt von Glück, denn dieſes Zimmer, wel⸗ ches er jetzt betrat, war das Schlafzimmer Eliſens, das Sanctuarium der Jungfräulichkeit und Schön⸗ heit, und er hätte auf ſeine Kniee niederfallen und beten mögen, ſo ſehr erſchien ihm dies Ge⸗ mach als ein heiliger Tempel der anbetungswürdigen Unſchuld.
Es ſchien ihm, als ob ſein unheiliger Fuß nicht würdig ſei, dieſe Stätte zu betreten, oder ſich weiter dieſem Bette zu nähern, das mit ſeinen weißen Vor⸗ hängen vor ſeinen irrenden Augen wie ein ſtolzer Schwan zu ſchaukeln ſchien. In leiſen beflügelten Worten brachte er Eliſen die Grüße ihres Vaters, erzählte er ihr, daß Gotzkowsky eben in ſeinem Hauſe geweſen, nicht um zu ruhen, ſondern um Eliſen zu ſehen, aber kaum angelangt, habe ihn ſchon wieder
ein Bote des Magiſtrats auf das Rathhaus berufen.


