XIV.
Ein treuer Freund.
Eliſens Vater war noch immer nicht zurückgekehrt, ſie war noch immer allein, aber in ihrer Seele war weder Furcht noch Zagen, ſondern nur ein trotziger Schmerz über dieſe anſcheinende Gleichgültigkeit bei der Gefahr, welche ſeit zwei Tagen ſie, wie ganz Berlin, bedrohte.
Sie hatte ſich in ihrem Zimmer eingeſchloſſen, nicht etwa bloß, weil ſie irgend eine Gefahr vermuthete, ſondern weil ſie allein ſein wollte, weil ſie den treuen Freund, der ſie mit ſorgſamſter Liebe in dieſen Ta⸗ gen bewacht hatte, weil ſie Bertram zu vermeiden wünſchte.
Er hatte treu in dieſem, von ihrem Vater verlaſ⸗ ſenen Hauſe ausgeharrt, er hatte, ein ſorgſamer Wächter, niemals die Thür deſſelben verlaſſen, ſondern mit Dolch und Piſtol bewaffnet, hatte er dieſe zwei Tage und Nächte ſich gewiſſermaßen als Schil dwache in der großen Vorhalle des Hauſes poſtirt, bereit, auf den


