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Verbindung mit einem Manne zu erlangen, der ein Feind ihres Vaterlandes war. Sie mußte dieſe Liebe mit ängſtlicher Scheu vor ſeinen Blicken bergen, wenn ſie ſich nicht der Gefahr ausſetzen wollte, ſofort ſich von ihrem Geliebten auf immer getrennt zu ſehen. Sie wußte, daß ihr Vater, ſonſt ſtets nachgiebig und gütig gegen ſie, in dieſem einen Punkt unerbittlich war und daß keine Thränen und kein Flehen im Stande geweſen wäre, den feſten, energiſchen Willen des glühenden Patrioten zu beugen.
Beide hatten ſie daher ihre Liebe als ein Geheim⸗ niß zu bewahren, und in dieſem Geheimniß lag für Feodor ein neuer Reiz, der ihn an ſie feſſelte, wäh⸗ rend er Eliſens Herz immer mehr ihrem Vater ent⸗ fremdete und es in unbegrenzter Zuneigung an ihren Geliebten kettete.
Indeß kam die Zeit, in welcher Feodor mit dem General von Sievers Berlin wieder verlaſſen mußte. Er ſchwur Eliſen ewige Liebe und Treue, und ſie ge⸗ lobte ihm freudig, niemals eines Andern Weib zu werden, ſondern in Geduld und Treue auf ſeine Wiederkunft zu warten und zu hoffen auf die Been⸗ digung des Krieges und auf den Frieden, welcher alle Wirrniſſe löſen und den Widerſtand ihres Vaters beſeitigen müſſe. Daß es noch ein anderes Hinder⸗ niß außer ihrem Vater geben könnte, ahnte Eliſe freilich nicht; Feodor hatte ihr ſo oft geſchworen, daß ſie ſeine erſte, ſeine einzige Liebe ſei, und ſie war ſo jung und unerfahren, daß ſie ihm geglaubt hatte!


