Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 1. Band (1858)
Entstehung
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Aber ein Kampf mit der ſichern Gewißheit des Unterliegens wäre eine Raſerei! rief Feodor lebhaft. Dein Vater weiß nicht, welche Truppenmaſſen ſich um Berlin anhäufen! Sage es ihm!

Sie ſah ihn mit wehmüthigen Blicken an. Und ſoll ich ihm auch ſagen, von wem ich dieſe Nachrich⸗ ten habe?

Wenn es nicht anders ſein kann, antwortete er nach kurzem Sinnen, nun denn, ſo ſage es ihm! Dein Vater wird mich nicht verrathen!

Aber er wird vielleicht ſeiner Tochter fluchen, rief Eliſe ſchmerzvoll, er wird ihr fluchen, weil ſie mit einem Feind des Vaterlandes geſprochen, während ſchon die ruſſiſchen Kanonen ſich drohend gegen un⸗ ſere Stadt gerichtet haben! Nein, nein, Feodor, es⸗ nützt nichts ihn zu warnen! Mein Vater würde doch nicht auf mich hören! 28

So wird Berlin in ſein Verderben rennen, und ich kann es nicht mehr hindern, ſagte der Obriſt trau⸗ rig. Ich habe gethan, was ich vermochte! Ich wollte Deinem Vater vergelten, was er Gutes an mir ge⸗ than, und deshalb wagte ich mein Leben, um ihn zu warnen. 3

Glaube mir, Feodor, daß ich Dir das nie vergeſ⸗ ſen werde, ſagte Eliſe, ihm ihre beiden Hände darrei⸗ chend. Wie ſehr mein Vater auch zürnen mag, mein Herz bleibt dennoch Dein! Die Liebe kennt keine Feindſchaft der Nationen, ſie ergiebt ſich ohne Rück⸗ halt Dem, welcher ſie gewonnen! 3

Gotzkowsky I. 3