Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 1. Band (1858)
Entstehung
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Eliſe ſchüttelte ernſt und finſter ihr Haupt. Der ſchöne Traum war verrauſcht, jetzt war ſie nicht mehr das ſchwärmeriſche liebende Mädchen, ſondern das be⸗ wußte, überlegende und beſonnene Weib.

Wie kann mein Vater das? fragte ſie ungläubig.

Er muß die Bürgerſchaft von Berlin bewegen, daß ſie ſich nicht in einen Kampf mit uns einlaſſe!

Das wird mein Vater nicht thun! rief Eliſe lebhaft.

Er wird es thun, ſagte ihr Geliebter, wenn er er⸗ fährt, daß jeder Kampf vergeblich iſt, und das, Eliſe, ſollſt Du ihm ſagen! Er ſoll Erbarmen haben mit ſeiner Vaterſtadt, ja, mit ſich ſelber! Ihr Alle ſeid verloren, wenn Ihr kämpft! Schon ſtehen zwölftau⸗ ſend von den Unſrigen unter General Tottleben vor den Thoren, und indem ich ſpreche, naht ſich von der andern Seite Tſchernitſcheff mit zwanzigtauſend Mann regulairer Truppen. Auch Graf Lacy mit den Oeſter⸗ reichern kommt hierher. Das Alles ſage Deinem Va⸗ ter. Sage ihm auch, daß General Tottleben unſerer Kaiſerin Eliſabeth geſchworen hat, Berlin zu nehmen, und müßte er es in Schutt und Aſche verwandeln! Wende all Deinen Einfluß an, beſchwöre Deinen Vater, daß er Alles, was er vermag, dazu thut, die Stadt Berlin zur friedlichen Uebergabe zu bereden.

Ich habe keinen Einfluß auf meinen Vater, ſagte

Eliſe traurig, und wenn ich ihn hätte, würde ich ihn doch hierzu nicht mißbrauchen wollen! Eine ſolche Niederlage ohne Kampf wäre ein Feigheit!