Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 1. Band (1858)
Entstehung
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wagend, ſie anzuſehen, während ſie ihn mit klarem, ungetrübtem Auge unbefangen willkommen hieß. Un⸗ ter dem Zauber dieſes Blickes hatte er jetzt einige entzückensreiche und doch bange Wochen verlebt! Er fühlte bald, daß er dieſes junge Mädchen leidenſchaft⸗ lich liebe, aber er mußte ſich zugleich geſtehen, daß ſie dieſe Leidenſchaft nur mit der kühlen wohlwollenden Liebe einer Freundin oder einer Schweſter erwidere, und daß ſie nichts ahne von dieſen Stürmen und Schmerzen, dieſen Freuden und Entzückungen, welche ſeine Bruſt bewegte. Und doch hatte er ein Recht, um den Preis ihrer Liebe zu werben, und wenn er ſeine Blicke bis zu der Tochter ſeines Wohlthäters erhob, ſo war dies keine Vermeſſenheit, ſondern Gotz⸗ kowsky ſelber war es geweſen, welcher ihn dazu er⸗ muthigt hatte. 8

Suche die Liebe meiner. Tochter zu gewinnen, hatte er ihm geſagt, und ich werde Dich freudig als meinen Sohn willkommen heißen, denn ich weiß, daß in Deinen Händen Eliſens Glück geſichert iſt.

Er hatte alſo die Einwilligung des Vaters, aber ihm fehlte die Liebe der Tochter! Wie ſollte er im Stande ſein, dieſe zu verdienen, wie dieſes Herz ſich erobern, das ſo hell und klar, ſo hart und kalt wie Bergkryſtall ihm entgegen leuchtete? Was half es ihm, daß er unermüdlich arbeitete im Dienſte ſeines Wohlthäters, was half es ihm, daß das Capital, wel⸗ ches ihm Gotzkowsky ſchon als Knaben geſchenkt, reiche Zinſen getragen und ihn jetzt zu einem wohlhabenden,