Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 1. Band (1858)
Entstehung
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und wenn er wollte, auch unabhängigen Mann ge⸗ macht? Was half es ihm, daß alle Menſchen ihn liebten, wenn doch dieſe Einzige, von welcher geliebt zu ſein er glühte, für ihn ſtets und unverändert die⸗ ſelbe blieb, wohlwollend und freundlich, offen und klar, aber niemals befangen, niemals erröthend, nie⸗

mals das Auge vor ihm niederſchlagend!

Es muß endlich zu einer Entſcheidung kommen, dachte Bertram, als er jetzt neben Eliſen ſaß. Ich will endlich wiſſen, ob ſie meine Liebe erwidern will, oder ob es wahr iſt, was man mir bei meiner Rück⸗ kehr in's Ohr geraunt! Ich will endlich Gewißheit haben, und wenn dieſe ſelbſt alle meine Wünſche ver⸗ nichten ſollte!

In dieſem Augenblick erſchallte dicht neben ihm fröhliches Jubeln und Lachen. Gotzkowsky hatte ſich eben mit einem Scherzwort an das Brautpaar ge⸗ wendet, und das dankbare Publikum hatte dies Scherz⸗ wort mit Entzücken aufgenommen.

Das Brautpaar ſoll leben! rief er jetzt, indem er

ſein Glas empor hob. Ein ſtürmiſches Hoch der übri⸗ gen Gäſte folgte dieſem Rufe und trieb der erröthen⸗ den kleinen Braut Thränen des Entzückens in die Augen, während ſie mit ihrem Bräutigam aufſtand und ſich dankend verneigte.

Balthaſar lachte und als Alles wieder ruhig ge⸗ worden, ſagte er: Nun laßt's genug ſein mit dem Hochleben! Ich verlange gar nicht hoch zu leben, ich bin zufrieden, wenn ich ſtill und fein beſcheiden mi