Geige und eines Baſſes, während hier die ältern Ar⸗ beiter mit ihren Frauen ſich um die Tiſche geſetzt hatten, auf denen Erfriſchungen aller Art bereit ſtanden. An dem größten mit Blumen verzierten Tiſche ſaß das Brautpaar, der Arbeiter Balthaſar mit Gretchen, ſeiner jungen Braut, welche ſich verſchämt und innig an ſeine Seite ſchmiegte. Sie hatten ſich lange treu und ſtill geliebt, und hoffnungslos zugleich, denn ſie waren Beide arm geweſen, und hatten von ihrer Hände Arbeit noch ihre Eltern unterhalten müſſen Aber Gotzkowsky war ihnen als helfender Wohl⸗ thäter erſchienen, er hatte Balthaſar eine namhafte Summe gegeben, und ſeine Tochter Eliſe hatte die Ausſteuer der Braut übernommen. Heute, an Eli⸗ ſens achtzehntem Geburtstag, war die Hochzeit der glücklich Vereinten. Kein Wunder alſo, daß ſie Gotz⸗ kowsky, welcher neben ihnen ſaß, mit faſt anbetenden Blicken betrachteten, und daß ſie dieſes junge Mäd⸗ chen als einen hülfreichen Engel verehrten. Eliſe war eben mit ihrem Vater in den Garten gekommen und hatte mit ihm an dem Tiſch des Brautpaars Platz genommen.— Neben ihr ſaß ein junger Mann, deſſen ſanftes edles Angeſicht, wenn er ſeine Blicke auf ſie heftete, wie von Begeiſterung und Anbetung durchleuchtet ſchien. Er folgte jeder ihrer Bewegungen mit auf⸗ merkſamem Auge und nicht die kleinſte Nüance, die leiſeſte Veränderung in dem Antlitz dieſes jungen MNaädchens entging ihm. Zuweilen ſeufzte er, vielleicht
Teil eines Werkes
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 1. Band (1858)
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


