iſt. Sire, ich beſchwöre Sie, dies zu thun, da Euere Majeſtät meinem einfachen Manneswort nicht glauben wollen.
Der König ließ ſeine ſtechenden und durchbohren⸗ den Blicke lange auf ihm ruhen.
Ich glaube Ihnen, Voltaire, ſagte er dann. Es wäre Ihrer unwürdig, mich zu täuſchen, und Meiner unwürdig, Ihnen zu mißtrauen. Ich glaube Ihnen alſo. Aber ich will auch für die Zukunft ſicher ſein. Der Akakia ſteht nicht mehr auf dem Papier geſchrie⸗ ben, aber er ſteht in Ihrem Kopf, und Ihren Kopf fürchte ich mehr, als alle Papiere der Welt. Ver⸗ ſprechen Sie mir, Voltaire, daß Sie, ſo lange Sie bei mir wohnen, niemals ſich auf Streitſchriften und Controverſen einlaſſen wollen, daß Sie weder gegen die Regierungen, noch gegen die Schriftſteller Ihre beißende Laune gebrauchen wollen?
Sire, ich verſpreche Ihnen das mit Freuden!
Wollen Sie es ſchriftlich thun?
Voltaire ging gelaſſen zu dem Schreibtiſch hin und nahm die Feder..
Haben Euere Majeſtät die Gnade, mir zu dictiren.
Der König dictirte und Voltaire ſchrieb mit ra⸗ ſcher und feſter Hand, wie folgt:
„Ich verſpreche Seiner Majeſtät, daß, ſo lange er mir die Gnade erzeigt, mich in ſeinem Schloſſe zu logiren, ich gegen Niemand ſchreiben will, weder ge⸗ gen das franzöſiſche Gouvernement, noch gegen die Miniſter irgend eines Souverains, noch auch gegen berühmte Schriftſteller. Ich werde gegen dieſe Alle immer die ihnen ſchuldigen Egards beobachten, auch mit den Briefen des Königs keinen Mißbrauch ma⸗ chen, ſondern mich ſo betragen, wie es einem Schrift⸗
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