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Sire, Sire, ich bin der Teufel und ich laſſe mir mein Opfer nicht wieder entreißen, rief er jubelnd. Mein Akakia war der Hölle werth, denn Sie haben ihn verdammt, er muß alſo brennen. Ich der Teufel, ich will ihn ſchmoren laſſen.
Aber ich will als der Engel des Erbarmens den armen Akakia erlöſen aus den Gluthen, rief der Kö⸗ nig, indem er Voltaire die Feuerzange entriß. Wahr⸗ lich, dieſer Akakia iſt ein zu luſtiger und witziger Burſche, als daß er wie der Kaiſer Quatimozin auf das Roſt gelegt werden müßte. Es war ja genug, ihn nicht öffentlich drucken zu laſſen, man braucht ihn ja deshalb nicht zu vernichten.
Sire, ich bin nur ein armer, ſchwacher Menſch, und wenn ich den Akakia lebendig bei mir behalte, ſo iſt das eine vergiftete Waffe, welche ich gewiß doch noch eines Tages gegen das Herz Maupertuis richte, um mich ſeines Wahnſinns und ſeiner Berſerkerwuth zu erwehren. Es iſt alſo beſſer, daß dieſer Akakia nur noch in unſerer Erinnerung lebe, und nur ein Ge⸗ dankendolch ſei, mit dem ich den hochmüthigen Herrn Präſidenten zuweilen ein bischen kitzeln will.
Und Sie haben wirllich keine Abſchrift? fragte der König, deſſen Mißtrauen durch Voltaire's allzugroße Nachgiebigkeit geweckt worden. Sie haben keine Ab⸗ ſchrift und kein Brouillon? Dies war das einzige
Manuſcript des Akakia?
Sire, wenn Sie meinem Wort nicht glauben, ſo ſenden Sie Ihre Diener hin und laſſen Sie meine Zimmer unterſuchen. Hier ſind die Schlüſſel meiner Schränke und meines Schreibtiſches. Sie ſollen alle beſchriebenen Papiere, welche ſie finden werden, hier⸗ herbringen, Euere Majeſtät mögen ſich dann ſelber überzeugen, ob irgend etwas von dem Alakia dabei


