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Ein langwieriger und ärgerlicher Prozeß war die Folge davon. Voltaire's Intriguen und Ränke verwickelten denſelben mehr und mehr, und ſelbſt die Richter wußte er in Verzweiflung zu bringen. Voltaire behauptete, von Hirſch falſche Brillanten bekommen zu haben, wäh⸗ rend der Jude Hirſch ſagte, die falſchen von Voltaire producirten Brillanten ſeien nicht diejenigen, welche er ihm verkauft, und welche der Juwelier Reclam ja vorher abgeſchätzt habe. Niemand war bei dieſem Handel zugegen geweſen, und weder der Eine noch der Andere hatte Zeugen für ſeine Ausſagen. Die Richter mußten ſich alſo darauf beſchränken, daß ſie Voltaire den Eid zuſchoben, da Voltaire ſich zu einer gütlichen Ausgleichung nicht verſtehen wollte. Aber auch gegen die Ablegung des Eides weigerte er ſich. „Wie“, ſchrie er,„ich ſoll auf die Bibel ſchwören, auf dieſes Buch, welches in ſo ſchlechtem Latein geſchrieben iſt? Ja, wenn es noch Homer oder Virgil wäre, dann würde ich nichts dawider haben.“ Als der Rich⸗ ter ihm darauf bemerkte, daß, wenn er den Eid ver⸗ weigerte, man den Juden Hirſch zum Eide zulaſſen würde, rief er:„Was? Sie wollen, daß der Eid die⸗ ſes Elenden, der den Heiland gekreuzigt hat, entſcheiden ſoll?“*).
Indeß leiſtete er endlich den Eid, und da der Jude Ephraim zugleich beſchwor, daß Voltaire ihm die Brillanten gezeigt, welche er von Hirſch in Verwahr⸗ ſam gehabt, und er dieſelben ſogleich für unecht erkannt habe, verlor der Jude Hirſch ſeinen Prozeß, und Vol⸗ mi ennte triumphirend an den Grafen d'Argental ſchreiben:
„Wenn man meine Feinde und Neider hörte, ſſo
*) Thiébault. Vol. V. p. 285.


