Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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Er nahm die ſächſiſchen Steuerſcheine von Ephraim, ſagte ihm ſeine Protection zu, und ſandte dann ſogleich nach Paris einen Proteſt gegen den Wechſel, welchen er an den Juden Hirſch gegeben. Dieſer hatte inzwi⸗ ſchen ſchon in Dresden für Voltaire die Steuerſcheine gekauft, und ward nun nicht allein durch den prote⸗ ſtirten Pariſer Wechſel, ſondern auch durch Voltaire's Weigerung, die Steuerſcheine anzunehmen und zu zah⸗ len, in die äußerſte Verlegenheit geſetzt. Voltaire ſuchte ihn zu beſchwichtigen und verſprach ſeinen Schaden zu erſetzen, und ihn außerdem auch dadurch noch zu ent⸗ ſchädigen, daß er ihm etliche von den Brillanten ab⸗ kaufte, die er von Hirſch in Verwahrſam hatte. Das that er auch wirklich. Er kaufte für dreitauſend Tha⸗ ler Brillanten, und gab die andern an Hirſch zurück. Nach einigen Tagen ſchickte er indeß zu ihm, und ließ ihn um ein Brillantkreuz und einige Ringe bitten, die er gleichfalls zu kaufen beabſichtige

Hirſch ſandte ihm auch dieſe( egenſtände, und als eer nach einigen Tagen we ſeine Brillanten noch Geld erhielt, begab er ſich zu Voltaire, das eine oder das andere zu holen. Voltaire aber empfing ihn mit dem äußerſten Zorn, behauptete, die Brillanten, welche er gekauft, ſeien unächt, und um ſich zu entſchädigen, habe er die übrigen Brillanten zurückbehalten, und werde ſie auch nicht wieder herausgeben. In ſeiner dichteriſchen Begeiſterung hob er fortwährend ſeine ge⸗ ballten Fäuſte beſchwörend zum Himmel empor oder unter die Naſe des armen geängſteten Juden, dem er zum Ueberfluß noch einen Brillantring vom Finger zog, und ihm dann die Thür wies.

Nun ward der Jude Hirſch klagbar, und verlangte auf gerichtlichem Wege die Erſtattung ſeiner Brillan⸗ ten, und die Bezahlung der ſächſiſchen Steuerſcheine.