Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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er: Meſſieurs, laſſen Sie uns auf die Parade gehen!*)*

*) Nachdem der König auf die Bitten der Barberina dem Ge⸗ heimrath und General⸗Fiskus von Uhden befohlen hatte, von jeder weiteren Verfolgung der Barberina abzuſtehen, weil, wie es in der Ordre des Königs heißt:Dieſe Heirath der ſogenannten Barberina mit dem Herrn von Cocceji doch einmal geſchehen iſt, und ohne viele Inconvenienzen nicht wohl redreſſirt werden kann, ſchrieb der König auch an den Vater des Herrn von Cocceji, und zeigte ihm an,daß er, um dieſem langjährigen Familienzwiſt endlich ein Ende zu machen, ſeinen Sohn aus Berlin verſetzen, aber dabei Bedacht nehmen werde, daß dieſe Verſetzung auf eine billige Art geſchehe, und Euer Sohn an ſeinem Tractement und Charakter nichts dabei verliere. Ihr werdet leicht einſehen, daß Alles, was ich hierunter thue, aus einer Foibleſſe von mir gegen Euch geſchieht, indem ſonſt Euer mehr angeführter Sohn, ſo lange er in meinen Dienſten nichts verſieht, auch nicht von mir zu beſtrafen ſein würde, da deſſen unbeſonnene Heirath eigentlich Meinen Dienſt nicht afficirt. In einem andern Schreiben an den Großkanzler, in welchem der König demſelben anzeigt, daß er den Geheimrath nach Glogau ver⸗ ſetzen werde, ſagt der König:es wird mir angenehm ſein, wenn Ihr Euch in Euren etwa weiter zu thnenden Vorſchlägen wegen Eures Sohnes Euch nicht ſo gar hart über ſein Sujet ausdrücken werdet, da derſelbe doch eigentlich nichts in ſeinem Dienſt verſehen hat. L. Schneider's Geſchichte der Berliner Oper. Beilagen. S. 16. Die Barberina ging mit ihrem Gemahl nach Glogau, und kam nie wieder nach Berlin zurück, und ihre Ehe mit dem Herrn von Cocceji ſoll eine ſehr glückliche geweſen ſein. Noch vor ihrem Tode beſtimmte ſie ihr Vermögen, das aus drei ſchönen Rittergütern in Schleſien und einem Baarvermögen von 100,000 Thalern beſtand, zur Gründung eines adlichen Fräuleinsſtiftes von achtzehn Perſo⸗ nen. Dafür erhob König Friedrich⸗ Wilhelm II. ſie 1789 in den Grafenſtand. Sie ſtarb als Gräſin von Campanini den 7. Juni 1799 in einem Alter von 75 Jahren zu Barſchau in Schleſien.