Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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geheimnißvoll und tief wie das Meer. Dieſe Augen, Sire, riefen mich zurück und ich konnte ihnen nicht widerſtehen. Ich fühlte, daß ich lieber an ihnen ſter⸗ ben, als ſie entbehren wollte, und ſo entfloh ich am Tage vor meiner Vermählung aus England und kehrte hierher zurück. Und der alte Zauber kam wieder über mich, aber auch der alte Schmerz. Jetzt fühlte ich, daß ich mich vor mir ſelber retten müßte, wenn ich nicht wahnſinnig werden wollte, daß ich mein Herz in feſte Bande ſchlagen, daß ich meine Liebe zur Gefan⸗ genen meiner Pflicht machen müßte, um endlich dieſer Qualen Herr zu werden. Noch ſchwankte ich in die⸗ ſem Entſchluß, da kam die Groß⸗Kanzlerin und ihr ſtolzer Uebermuth weckte meinen Stolz, daß er ſogar meinen Kummer übertäubte, und ich nichts hören durfte, als nur ihn. So ward ich die Gemahlin Coc⸗ ceji's, ſo habe ich mich in dieſe Ehe hineingerettet, wie in einen Hafen, in dem ich ausruhen will von allen Stürmen. Aber ach, Sire, was ich auch verſuchen mag, wie ſehr ich auch bemüht geweſen, ein neues Le⸗ ben anzufangen, die Religion der Erinnerungen läßt ihre Prieſterin nicht los, ſie hält ihre myſtiſchen Hände über mich ausgeſtreckt und mein Herz jauchzt ihr wider meinen Willen entgegen. Sire, erretten Sie mich.

Ich habe mich in dieſe Che geflüchtet, wie man in.

eine Kloſterzelle entflieht vor der ſüßen Liebe der Welt. Sire, gebieten Sie, daß man mich aus dieſer Zelle nicht wieder vertreibe, daß man mich ſtill und unangefochten Gott und meiner Pflicht leben laſſe. Oh, Sire, meine Seele hat ihre Schwingen eingebüßt, ſie liegt matt und krank zu Ihren Füßen, helfen Sie ihr, daß ſie geneſe.

Wie ſie jetzt ſchwieg, und ihre gefaltenen Hände flehend gegen den König ausſtreckte, ſah er ſtumm, aber

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