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Barberina, umringt von dieſen Genien, haben Sie für mich das Ausſehen eines Engels. Warum waren Sie es nicht? Warum waren Sie nichts als ein Weib? Ein leidenſchaftliches, herriſches Weib, das herrſchen wollte, ſtatt nur zu lieben, das nicht genug hatte, von dem Manne angebetet zu werden, ſondern auch den König ſich unterwerfen wollte, bis der König den Mann in ſich unterdrücken und ſein eigenes Herz be⸗ zwingen mußte, um König zu bleiben. Oh, Barbe⸗ rina, warum waren Sie ein herriſches Weib, ſtatt der Engel zu ſein, der Sie doch wirklich ſind?
Sie hob leiſe die Hand empor, als wollte ſie ihn bitten zu ſchweigen. Ich habe das Alles begriffen, ſagte ſie, denn ich habe viel darüber gedacht, immer, Nacht und Tag, bis ich Sie verſtanden habe, Sire, bis ich erkannte, daß Sie recht gehandelt. Jetzt aber, Sire, bin ich nicht mehr ein herriſches Weib, ſondern nur noch ein demüthiges. Und in dieſer Demuth, mei⸗ nes Stolzes ganz entäußert, komme ich zu Ihnen, Sire. Ich komme zu Ihnen, wie man zu Gott geht, Sire, wenn man kummervoll iſt und ſchwer beladen. Ich komme zu Ihnen, wie man in eine Kirche geht, wenn man ſein Herz erleichtern will, indem man ſeine Sünden beich⸗ tet, und Gott anfleht, uns beizuſtehen, unſer eigenes Herz zu bezwingen. Sire, dies iſt alſo eine heilige und große Stunde für mich, und was ich Ihnen jetzt ſagen will, das dürfen nur Sie und Gott wiſſen.
Sprechen Sie, Barberina, ſagte der König, und Gott möge ſie hören.
Sire, ich komme Ihre Hülfe anzuflehen.
Ah, deshalb, ſagte der König, und ein ſpöttiſcher Ausdruck flog über ſeine Züge hin. Ich hatte das vergeſſen Sie wollten jetzt Frau von Cocceji
eißen..


