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Sie lächelte, als ſie das ſagte, aber es war ein trauriges und ſchmerzvolles Lächeln, welches ihrer Schweſter Thränen in die Augen trieb.
Der König war allein in ſeinem Studirzimmer im königlichen Schloſſe zu Potsdam. Er ſaß an ſeinem Schreibtiſch, und war eifrig mit Schreiben beſchäftigt, als die Thür hinter ihm leiſe geöffnet ward, und der Marquis d'Argens mit lebhaften und neugierigen Blik⸗ ken hereinſchaute. Als er ſah, daß der König gar nicht auf ihn achtete und ihn gar nicht gehört hatte, wandte er ſich leiſe um, und winkte der Dame, welche bis jetzt hinter ihm geſtanden hatte, näher zu treten. Leiſe und geräuſchlos trat ſie ein. Der Marquis nickte ihr lächelnd zu und verſchwand wieder jenſeits der Thür, welche ex leiſe wieder in's Schloß fallen ließ. Die Dame, welche bis dahin ihr Antlitz verſchleiert hatte, warf jetzt mit einer haſtigen Bewegung den Schleier zurück, und man ſah jetzt Barberina's bleiches ſchönes Geſicht, und ihre großen funkelnden Augen, die mit einem unausſprechlichen Ausdruck von Schmerz und Glück auf den König hingewandt waren.
Aber der König hörte noch immer nichts. Plötz⸗ lich war es ihm, als ob er einen leiſen Seufzer ver⸗
nähme, als ob eine ſüße, lang entbehrte Stimme leiſe ſei⸗
nen Namen flüſterte. Er ſtand haſtig auf und wandte ſich um. Da an
der Thür lag ſie auf ihren Knieen. Es war dieſelbe
Thür, vor welcher ſie vor fünf Jahren aufgelöſt in Thränen und Verzweiflung geknieet hatte, und ſeitdem hatten ſie ſich niemals wieder geſprochen.— Wie da⸗ mals lag ſie weinend auf ihren Knieen, und hob fle⸗ hend ihre Hände empor zu dem König und bat um Gnade und Mitleid.
Der König war anfangs erbleicht vor Ueberraſchung


