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zu kommen, weil er im Auftrage des Königs ſie ge⸗ richtlich zu vernehmen habe.*)
Als Barberina dieſes lakoniſche Amtsſchreiben er⸗ hielt, blickte ſie lange ſtumm und ſchweigend vor ſich nieder und ein tiefer Schmerz ſprach aus ihren Zügen.
Und was wirſt Du thun, Schweſter? fragte Ma⸗ rietta.
Ich werde zum König gehen, ſagte Barberina, aus tiefem Sinnen erwachend.
Zum König, rief Marietta entſetzt.
Ja, Schweſter, zum König. Ich will wiſſen, wa⸗ rum er mich haßt.
Aber der König iſt heute nach Potsdam gefahren.
So werde ich nach Potsdam fahren. Befiehl, daß der Kutſcher anſpannt, und auf der Poſt Relaispferde beſtellt. In einer Viertelſtunde will ich fahren.
Und was ſoll ich Deinem Gemahl ſagen, wenn er vom Kammergericht heimkehrt?
Barberina ſah ihr mit ſtolzen feſten Blicken in die Augen. Sage ihm, daß die Frau von Cocceji ſich nach Potsdam begeben hat, um dem König perſönlich ihre Verheirathung anzuzeigen, und um ſeine Aner⸗ kennung derſelben zu bitten.
Barberina, flüſterte ihre Schweſter leiſe, noch Eins. Dein Gemahl iſt traurig und verzagt. Er hat mich zu ſeiner Vertrauten gemacht. Er ſagt, Du habeſt ihn geheirathet nicht aus Liebe, ſondern aus Depit, und im Grunde Deines Herzens liebteſt Du ihn nicht.
Ich werde es lernen, denn ich will es, ſagte Barberina traurig. Oh, ich habe einen ſtarken Willen, und mein Herz ſoll mir ſchon gehorchen müſſen.
*) L. Schneider. Geſchichte d. Berliner Oper. Beilagen S. 12. Mühlbach, Berlin u. Sansſouci ꝛc. IV. 14 3


