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ſich geſchloſſen hatte, als ſie allein war, da drang ein wilder, ſchriller Angſtſchrei von ihren Lippen, und mit einer verzweiflungsvollen Bewegung ihre Arme zum Himmel emporſchleudernd, ſank ſie wie zerbrochen auf den Fußboden hin.
Wie lange ſie ſo gelegen? Welche Martern und
Qualen ihr Herz in dieſen Stunden des Alleinſeins mit Gott erduldet, wer kann das wiſſen und er⸗ meſſen?. Der Abend dunkelte ſchon, als Prinzeſſin Amalie die Thür ihres Kabinets öffnete und ihre Freundin, Fräulein von Haak, welche lange ſchon weinend und verzweifelnd um Einlaß gefleht hatte, mit ſanfter Stimme bat, zu ihr einzutreten. 3
Oh, Prinzeſſin, theure, geliebte Prinzeſſin, ſagte Fräulein von Haak weinend, die Hand Amaliens an ihre Lippen drückend. Gelobt ſei Gott, daß Sie mir erlauben, Sie wieder zu ſehen. Mein Herz iſt faſt vergangen vor Angſt um Sie!
Armes Kind, ſagte Amalie ſanft, armes Kind, Du glaubteſt, ich würde mich tödten, nicht wahr? Nein, Erneſtine, ich werde leben, denn eine finſtere und traurige Ahnung ſagt mir, daß ein Tag kommen wird, wo Trenck meiner bedarf, wo ihm mein Leben, meine Hülfe und mein Beiſtand nöthig iſt. Ich werde alſo die Kraft haben zu leben und dieſen Tag zu er⸗ warten. Das iſt Alles, was ich Dir zu ſagen ver⸗ mag. Laß uns nicht mehr davon ſprechen.
Und mit ruhiger Gelaſſenheit begann ſie jetzt von gleichgültigen Dingen zu ſprechen, freundlich eingehend auf Alles, was Erneſtine ihr erzählte. Nur war eine gewiſſe Feierlichkeit in ihren Bewegungen, in ihrem Lächeln, in jedem Wort, welches ſie ſprach, nur blick⸗ ten ihre Augen zuweilen mit einem unausſprechlichen
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