Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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in den Momenten der höchſten Erbitterung, der zor⸗

nigſten Spannung anzunehmen pflegte.

Madame, ſagte er, Sie werden ſich dem Könige von Dänemark vermählen. Das iſt mein unabänder⸗ licher Wille, mein unwiderruflicher Befehl. Die Trauerzeit um ſeine verſtorbene Gemahlin iſt abge⸗ laufen, und der König von Dänemark hat durch einen beſondern Geſandten die Bitte um Ihre Hand er⸗ neuern und wiederholen laſſen. Ich werde den Herrn

Geſandten morgen in feierlicher Audienz empfangen, und ihm ſagen, daß ich bereit bin, dem König von

Dänemark die Hand meiner Schweſter zu bewilligen. Sie werden alſo morgen die Braut, in vier Wochen die Gemahlin des Königs von Dänemark ſein.

Und wenn ich Ihnen wiederhole, daß ich nicht will?

Madame, wenn der König geſprochen hat, giebt es Niemand in ſeinem Reich, der da ſagen kann: ich will nicht!— Leben Sie wohl! Auf morgen alſo!

Er nickte leicht mit dem Kopf, und ging in das anſtoßende Gemach, deſſen Thür er hinter ſich ver⸗ ſchloß.

Amalie ſeufzte tief auf, und wandte ſich der Thür zu, um wieder in ihre Gemächer zurückzukehren. Lang⸗

ſam und ruhig wie ſie gekommen, ſchritt ſie wieder durch die Corridore und Zimmer dahin, mit einem

ſanften Lächeln ging ſie an ihrem Hoffräulein vor⸗ über, die mit hochklopfendem Herzen ſie im erſten Vorzimmer erwartet hatte. Als Erneſtine ihr in ihr Bondoir folgen wollte, winkte ſie ihr zurück zu blei⸗ ben, indem ſie ſie zugleich mit einem Blick unendlicher Liebe anſah. Aber als ſie jetzt die Thür ihres Boudoirs hinter

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