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dankbare Schweſter, eine ungehorſame Unterthanin werden. Mein Gott, mein Gott, laſſen Sie Ihr Herz rühren. Ich kann den König von Dänemark nicht heirathen, ſagen Sie nicht, daß ich es ſoll!
Und wenn ich es dennoch thäte, wenn ich kraft meiner Autorität als Ihr Bruder und Ihr König Ihnen befehle, meinen Willen zu thun?
So werde ich vielleicht ſterben, aber Ihren Be⸗ fehlen keine Folge leiſten, ſagte ſie, ſich langſam von ihren Knieen aufrichtend und den zornigen Blicken des Königs mit ſtolzem ruhigem Anſchauen begegnend. Sie haben meinem Flehen kein Gehör geben wollen, nun wohl, ich flehe nicht mehr. Aber ich ſchwöre Ihnen, und Gott hört meinen Schwur:„Ich werde mich niemals vermählen.“ Jetzt, mein König, jetzt verſuchen Sie, wie weit Ihre Macht reicht, und was Sie vermögen gegen ein Weib, welches ſein Herz auf⸗ lehnt gegen die Tyrannei ihres Schickſals. Ah, Sie können ein Heer in die Schlacht führen, Sie können Provinzen erobern und Throne wanken machen, aber Sie können ein Weib nicht zwingen, zu thun, was ſie nicht mag, Sie können meinen Willen nicht brechen, und ich wiederhole meinen Schwur: Ich werde mich niemals vermählen!
Ein Ausruf des Zornes drang von den Lippen
ddes Königs, und mit einer heftigen Bewegung vor⸗ 5
wärts ſchreitend, faßte er mit ſeinen beiden Händen die Arme der Prinzeſſin. Dann aber, gleichſam be⸗ ſchämt über ſeine eigene Heftigkeit, ließ er ſie wieder los und trat zurück.— Sein Antlitz, welches vorher ſo glühend und erregt geweſen, nahm jetzt einen kal⸗ ten und eiſigen Ausdruck an, und auf ſeinen Lippen zeigte ſich jetzt dieſer ſtrenge ironiſche Zug, den er nur


